Holzverbrennung: Den Vorgang unter die Lupe genommen
08. Februar 2019
steinmueller@brunner.de

Flammen tanzen, es knistert, behagliche Wärme breitet sich aus wenn Holz verbrennt. Was wir Menschen als so angenehm empfinden ist ein chemischer Vorgang. Dabei vermischt sich der Sauerstoff aus der Luft mit dem Kohlen- und dem Wasserstoff aus dem Holz (Holz ist gebundener Kohlenstoff als Feststoffmasse) und es wird Energie in Form von Wärme und Licht abgegeben. Ein Verbrennungsvorgang läuft stets in drei Phasen ab: Trocknung, Entgasung, Oxidation.

Was passiert in der Trocknungsphase?

Holz enthält Wasser. Steigt die Temperatur im Kamineinsatz auf etwa 100 °C, fängt dieses Wasser an zu verdampfen. Die Holzscheite schrumpfen und bekommen Risse. Brennholz sollte eine Restfeuchte von unter 20 Prozent besitzen, also gut durchgetrocknet sein. Ist es feuchter – man erkennt es am deutlich hörbaren Zischen beim Verdampfen – muss beim Verbrennungsprozess mehr Hitze, also Energie aufgewendet werden.

In unserem Blogbeitrag sind weitere Informationen zum richtigen Heizen zu finden.

Was ist die Entgasungsphase?

Während der Entgasungsphase wird der größte Teil des Brennholz-Heizwertes freigesetzt, nämlich rund 70 Prozent. Die Flammen sind besonders kräftig, gelb und lodernd. Vom ursprünglichen Holz bleibt in diesem Stadium nur noch das Kohlenstoffgerüst übrig.

Die Ausbrandphase/Oxidation ist die eigentliche Verbrennung

Wenn die flüchtigen Bestandteile des Holzes abgebrannt sind, werden in der nächsten Stufe bei 600 bis 1300 °C die brennbaren Gase freigesetzt und dabei die verbliebenen rund 30 Prozent Wärmeenergie erreicht. Die Feuerflammen sind jetzt kurz und durchscheinend.

Ist die Oxidation abgeschlossen, bleibt nur mehr Asche übrig. Eine gute und saubere Verbrennung hinterlässt feine, weiße Asche. Sind größere Mengen nicht verbrannten Brennstoffes, Kohle- oder Rußpartikel zu erkennen, sind das Hinweise für eine unvollständige Verbrennung.

Entscheidend: Die richtige Luftzufuhr

Damit eine emissionsfreie und vollständige Verbrennung erfolgen kann, muss auf die richtige Einstellung der Luftzufuhr geachtet werden. Zeigen sich im Schornstein oder an der Sichtglasscheibe Rückstände von Ruß und Teer, deutet es darauf hin, dass mit dem Abbrand etwas nicht stimmt. In vielen Fällen ist eine falsche Luftzufuhr die Ursache.
Damit das Holz komplett verbrennt, braucht es die richtige Menge Luft zum richtigen Zeitpunkt. In der Trocknungs-und Entgasungsphase wird viel Luftzufuhr benötigt. Wird sie zu früh gedrosselt, entstehen schädliche Emissionen. Zu viel Luftzufuhr lässt dagegen einen Großteil der Wärme durch den Schornstein entweichen. Erst in der Ausbrandphase kann die Verbrennungsluftzufuhr deutlich runtergefahren werden. 

Fazit

Damit also alle Phasen des Verbrennungsvorgangs (Trocknung, Entgasung, Oxidation) möglichst umweltfreundlich ablaufen können und ein optimales Heizergebnis mit hohem Wirkungsgrad erzielt wird, sollte das Holz nicht feucht sein. Verwendet werden sollte nur gut durchgetrocknetes Brennmaterial (Restfeuchte von unter 20 Prozent). Außerdem ist während der Verbrennung auf eine ausreichende Luftzufuhr zu achten. 

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